Sandro - das heißt Alessandro, ich nenne ihn allerdings schon
immer Alex, wurde geboren genau 9 Monate auf den Tag nach unserer
Hochzeit. Am 17. Februar hatte er seinen 26. Geburtstag. Er ist
der Sohn meiner Schwägerin, also unser Neffe. Ich durfte dann
seine Patentante werden und war schon immer stolz
darauf.
Diese Verantwortung nahm und nehme ich auch ernst.
Mit 4 Jahren kehrte Alex mit seinen Eltern in die Heimat Italien
zurück.
Er sollte 9 Jahre dort verbringen, bis eines Tages das Familienglück
zerbrach. Als er dann mit seiner Mutter auf einen kurzen Weihnachtsbesuch
in Deutschland war, haben wir ihn bei uns behalten - 3 Jahre lang.
3 Jahre lang lebte er bei uns als unser ältester Sohn, lernte
Deutsch, ging in die Gesamtschule Busecker Tal, fand viele Freunde
(und später auch Freundinnen...) spielte mit Leidenschaft für
Harbach-Saasen Fußball und zeitweise auch
Tischtennis.
Nach 3 Jahren, im Jahre 1997, kehrte er zu seiner Mutter zurück,
die inzwischen in Stuttgart lebte und arbeitete. Er schloß
die Schule mit dem Hauptschulabschluß ab und machte eine Ausbildung
im Bereich
Web-Design. Danach wurde er selbständig.
Und dann kam der Knall - 2003, nach unerklärlichen gesundheitlichen
Störungen wurde bei ihm Multiple Sklerose
diagnostiziert. Ein Schock - aber irgendwie denkt man, es wird schon
weiter gehen, es wird schon werden, so schlimm kann es nicht sein.
Oh doch. Heute, 3 1/2 Jahre später, sitzt Alex im Rollstuhl
und ist verzweifelt. Er lebt im 2. Stock - hat
keine Möglichkeit ohne Hilfe an die frische Luft zu gehen.
Die Mühlen der Bürokratie mahlen sehr langsam. Der Staat
scheint Notfälle nicht zu erkennen.
Medizinisch wird Alex gut betreut. Die Medikamente müssen
eingestellt werden. Jeder Fall ist ja anders. Man kann nur
hoffen, dass der Krankheitsverlauf sich verlangsamt und
aufhört. Aber man weiß, dass in jungen Jahren MS sich
besonders schnell und heftig entwickelt.
Alex setzt seine Hoffnung in eine Stammzellentherapie.
Diese gehört heute noch nicht zu den "Standard"-Therapien
und wird auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Alex hofft, dass
Freunde, Verwandte, Bekannte ihn bei der Finanzierung unterstützen.
Denn....
Sandro will laufen....
Er wird sicherlich nie wieder Fußball spielen können
- aber wer nicht einmal mehr laufen kann, weiß wie unbedeutend
das ist.
Dass ich dies schreibe, hat nichts mit der Bitte um Spenden zu
tun sondern mit der Bitte um Ihr/Euer Interesse - wenn genügend
Menschen sich für diese Krankheit interessieren und sich informieren,
so kommen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit und
so können mehr Menschen Hilfe erfahren.
Alessandro hat eine Website über sich und seine Krankheit
ins Netz gestellt. Dort kann man sich eingehend informieren.
www.sandro-will-laufen.de
Vielen Dank, dass Sie/Du bis hierher gelesen haben/hast.
Donnerstag, 22. Mär, 2007 - 01:36:45
http://justmau.blog.de/2007/03/22/sandro_will_laufen~1950595
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