ÜBER MICH - Alessandro Abbattista      
LEBENSQUÄLITÄT

Dezember 2009 41%
März 2008 79%
Januar 2008 63%
Dezember 2007 61%
September 2007 59%
August 2007 52%
Juni 2007 45%
April 2007 39%
Anfang 2007 30%
Mitte 2006 55%
Ende 2005 78%
Ende 2004 83%
Ende 2003 90%
Anfang 2003 95%



Alessandro Abbattista
Geboren am 17.02.81 in Stuttgart

Mit 3 Jahren nach Italien, dort
aufgewachsen bis 13.
Dann wieder nach Deutschland,
nähe Frankfurt für 3 Jahren.
Dort spielte er Fußball für den
Harbach Saasen
Dann mit 16 ab nach Stuttgart
und spielte dort für den SV Hoffeld.
In Stuttgart machte er seine Ausbildung zum Mediengestalter.
2002 die Selbstständigkeit
und 2003 die Krankheit.

Es ist für mich sehr schwierig dies in Worte zu verfassen.

Ich leide seit 2003 an eine Encephalitis Disseminata (Multiple Sklerose).

Die ersten Symptome (2003) waren dauerhaftes Taubheitsgefühl sowie Missempfinden in den Armen und Händen. Dann bekam ich die gleichen Symptomen an den Beinen und Füßen.
Zu einem späteren Zeitpunkt bekam ich meine erste Spastik. Mein ganzer Körper zitterte und war komplett Steif dass ich keine Luft mehr bekam.

Nach einer Fehldiagnose des Neurologes (in Stuttgart Ost), ging ich zum Physiotherapeut, man vermutete dass ein Nerv eingeklemmt sei. War aber nicht der Fall. Einige Wochen später kam für mich der Schock: Die linke Hälfte des Gesichtes war gelähmt. Ich dachte; „Hey das ist sicherlich irgendwas was du nicht kennst… und es wird schon wieder“.

Nach über eine Woche Gesichtslähmung machte ich mich im Internet schlau (über diese Symptome) und überall stand was über MS … für mich sehr erschreckend vor allem weil es eine unheilbare Krankheit ist. Am Tag danach habe ich gleich einen Termin beim Neurologen (Stuttgart Mitte) vereinbart.
Test Links, Test Rechts, MRT hier und Nervenwasser dort, die Diagnose stand fest: Schubförmig remittierende Multiple Sklerose.

In diesen Moment habe ich mich so leer und hilflos gefühlt wie noch nie, es ist so als ob die Welt dich abgestoßen hätte.

Der Arzt klärte mich über die Situation auf.

Ich bekam meine erste Cortison Therapie. Nach ein paar Tagen war mein Gesicht wieder in Ordnung. Dann Betaferon (Interferonen um Entzündungen zu dämmen) spritzen, jeden 2. tag bis ich die Spritzen nicht mehr vertragen habe … (ende 2005 abgesetzt)

Ende 2004 Zunahme der Symptome Taubheitsgefühl in den Beinen und Füßen.

Nun die 2. Cortisontherapie (500mg)

Ich musste einiges Aufgeben. Ich musste das Fußballspielen (86 – 03) aufgeben. Das Fahrrad fahren, Skaten, Snowboarden, Tischtennis spielen und jegliche sportliche Aktivitäten.
Was für mich sehr schlimm und schwer ist, so etwas auf zu geben.
2005 einer meiner schönen Jahren. Die Krankheit war im Tiefschlaf, ich war dabei wieder Spaß am Leben zu haben: Neue Wohnung, Neue Freundin (meine große Liebe), Neues Auto, Neue lukrative Arbeitsaufträge. Mitte 2006 wacht die Krankheit wieder auf und bringt mich ins wackeln. Meine Beine fangen an schwach zu werden und bringen mich ins stürzen (im waren Sinn des Wortes). Gleichgewichtsstörungen, Gangunsicherheit, Blasenstörungen, Gewichtsabnahme. Die Trennung von meine Freundin. Keine Aufträge mehr.

Meine Myelinschicht (Nervenschicht) ist sehr beschädigt worden und das vom eigenen Immunsystem (Autoimmunkrankheit).

2005 Hörte ich von der Stammzellentherapie. Es würde mir die Myelinschicht wieder regenerieren und dadurch würden meine Muskeln wieder ein korrekten Signal bekommen.

Oktober 2006 bekam ich meine 3. Cortisontherapie (1g).

01. Dezember 2006 die erste Krankenhaus (Marienhospital) Einweisung.
Dort wurde ich gründlich untersucht mit dem Ergebnis das die Krankheit zur Zeit sehr aktiv sei bzw. den Verlauf geändert hat in Sekundär Chronisch Progredient. Ich bekam dann meine 4. Cortisontherapie. 7 Tage später (08. Dezember 2006) wurde ich entlassen und in eine Rehabilitationsklinik eingewiesen (11. Januar 2007). Die Situation verschlechtert sich von Tag zu Tag. In der Reha Klinik, hatte ich: Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie, PC-Therapie, Massagen, Fußreflexzonenmassagen und Werktherapie. Nach 6 Wochen (23. Februar 2007) Reha Klinik ging es mir richtig schlecht. Ich konnte kaum laufen. Dann wieder (28. Februar 2007) ins Krankenhaus (Marienhospital).
Dort habe ich eine Eskalationstherapie bekommen: ein Chemotherapeut (Mitoxantron).

Es war so weit dass ich nicht mehr laufen konnte!
Seit dem Zeitpunkt benötige ich einen Rollstuhl um mich fort zu bewegen.

Am 02. März 2007 wurde ich entlassen. Nach eine sichtbare Verschlechterungen der Symptome sowie die Meinung meiner Neurologien, wurde ich in die MS Klinik in Sindelfingen eingewiesen (13. März 2007). Dort bekam ich meine 5. Cortisontherapie (2g). Es wurde mir Nervenwasser von der Wirbelsäule entnommen und Cortison direkt in die Wirbelsäule gespritzt. Weitere Kernspintomographien durchgeführt sowie Reflexuntersuchungen. Am 17. März 2007 wurde ich entlassen.



Mitte April konnte ich wieder ein wenig Kraft in den Beinen gewinnen, es war wie ein Wunder langsam aus dem Rollstuhl aufzustehen. Von Tag zu Tag konnte ich immer mehr schritte machen und nach Wochen die ersten 100m "laufen", zwar schwankend und unsicher aber ich konnte wieder laufen.

Eine neue Therapie steht an: Tysabri / Natalizumab. Ich muss jede 4 Wochen für 2 Tagen in die Klinik (Untersuchungen, Infusion und weitere Untersuchungen). Das Medikament soll den Angriff des Immunsystems an die Myelinschichten verhindern. Ich bekam viele Nebenwirkungen (da es sich um eine chemische Substanz handelt). Es war unerträglich.

Heute berichte ich über den Stand der Dinge.
Ich kann inigermaßen wieder laufen, nicht lange, nicht sicher aber ich kann, das schlimmste habe ich hinter mir gelassen, was das laufen betrifft. Ich merke das ich immer wieder Fortschritte mache aber ich merke wiederum wie viel von der Myelinschicht schon zerstört worden ist. Es gibt in bestimmte Sektoren keine Verbesserungsaussichten. Ich hoffe weitere Fortschritte zu machen in Bezug auf das Laufen. Habe allerdings Probleme beim Wasser lassen, es ist so ob man den Wasserhahn nur zur Helfte auf macht. Aber "hey" das ist ok wenn ich daran denke dass ich vor ein paar Monaten noch in ein Beutel pinkeln musste und das ohne es zu wissen das ich gerade Wasser lasse, dann ist das ein rießen Fortschritt. Leide an Einschlafstörungen, ich geh um 0 Uhr ins Bett und kann erst um 4 Uhr einschlafen (egal wie müde ich bin). Konzentrationsprobleme. Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnis. Und einige andere Problem wo ich nicht darüber berichten möchte. Heut zu Tage habe ich mich an viele Symptome der Krankheit gewöhnt, sie sind ein Teil von mir geworden und bin aber gerne bereit sie wieder loszuwerden :). Die effektive Therapie die ich zur Zeit absolviere ist leider nicht langfristig und muss ende April 2008 beendet werden, was danach kommt ist noch unklar.

In den letzten paar Monaten sind viele weitere Fortschritte in der Stammzellenforschung passiert und einige Therapien für die Zukunft prognostiziert

Jetzt habe ich gelernt wie man lebt. Ich weiß worauf es ankommt. Ich weiß was echte Probleme sind. Ich weiß dass es wichtig ist Freunde und Familie zu haben.

Alessandro Abbattista

…ich werde mehr über mich und die Krankheit „hier“ schreiben.
Schaut mal wieder vorbei.

 


Entlassungsbericht (Marienhospital)